Durch den Holzbau den Raum maximal ausnutzen
Mehr Fläche auf dem bestehenden Fundament: Der Holzbau verschiebt die Grenzen der Nachverdichtung.
Direkt beim Bahnhof Thun entsteht zusätzlicher Raum, ohne neue Baufläche zu beanspruchen. Möglich macht das eine Aufstockung mit Holz. Die Concepts Management AG beweist als Bauherrschaft, wie extreme Nachverdichtung auf einem bestehenden Fundament gelingt.
Auf engstem Raum bauen
Die Aufgabe ist anspruchsvoll. Das Gebäude steht auf engem Raum zwischen Straßen und Bahnlinien. Zwei bestehende Geschosse weichen fünf neuen Vollgeschossen in Holzbauweise. So entstehen drei zusätzliche Stockwerke und deutlich mehr Nutzfläche für Wohnen und Gewerbe mitten im Stadtzentrum. Dennoch ragt das Gebäude nur rund ein Geschoss über die frühere Dachhöhe hinaus. Möglich wird dies, weil die neuen Geschosse niedriger sind als die zurückgebauten.
Vorher
© Edward Greine
Zukünftig
© BHSF / Adrian König
Holz löst die statische Aufgabe
Die bestehende Struktur setzte klare Grenzen. Zusätzliche Lasten durfte sie nur begrenzt aufnehmen. Jörg Eichhorn von der Concepts Management AG erklärt: „Wir haben am Anfang über verschiedene Varianten nachgedacht, aber dann aufgrund der Statik relativ schnell und früh in die Richtung Holzbau gewechselt.“ Die leichte Bauweise reduziert das Eigengewicht deutlich. So kann das Fundament zusätzliche Geschosse tragen.
Präzisionsarbeit in luftiger Höhe
Es handelt sich bei diesem Projekt um einen „Umbau im laufenden Betrieb“. Die größte Hürde bildet eine 60 Meter hohe Swisscom-Antenne, die durch das Gebäude verläuft, das Berner Oberland versorgt und nicht beeinträchtigt werden darf. „Die Bauteile müssen um die Antenne manövrieren, bis sie am Ort gesetzt werden“, beschreibt Architekt Pascal Hendrickx (BHSF) die komplexe Kranarbeit.
Witterungsschutz sichert den Bauablauf
Eine weitere Herausforderung liegt im Untergeschoss. Dort betreibt die Swisscom weiterhin Serverräume. Diese kritische Infrastruktur muss während der gesamten Bauzeit absolut trocken bleiben. Deshalb plante das Team den Witterungsschutz von Beginn an mit ein und montierte die massgefertigte SIGA Wetguard bereits im Werk auf den Holzelementen. Sie schützte die Holzkonstruktion unmittelbar nach dem Versetzen vor Nässe. Gleichzeitig hielt sie Wasser von den darunterliegenden Serverräumen fern. So konnte das Bauteam die Arbeiten sicher und zügig ausführen.
Früh planen, Risiken vermeiden
Das Beispiel in Thun zeigt: Der moderne Holzbau realisiert heute Verdichtungen, die den Raum maximal ausnutzen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Planung und Ausführung. Komplexe Aufstockungen erfordern vom ersten Entwurf an sichere Schutzkonzepte, eine präzise Planung und kompetente Partnerschaft.
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Laura Dittli
Corporate Content Manager bei SIGA